Aufgrund Ihrer Befunde oder zur Prävention kann es empfehlenswert sein, die Zufuhr von Kohlenhydraten für einige Zeit zu reduzieren.
Hierzu gibt es Therapiemöglichkeiten.
Eine übermäßige Zufuhr von Kohlenhydraten kann durch Gärungsprozesse im Darm zu Schleimhautreizungen führen und somit Ursache unklarer Magen-Darm-Beschwerden sein.
Was sind Kohlenhydrate?
- Zucker (Traubenzucker, Haushaltszucker, Honig, Milchzucker, Fruchtzucker)
- Stärke (Mehl, Getreide, Nudeln, Reis, Kartoffeln)
- Alle Produkte aus Getreide (Brot, Semmeln, Nudeln, Kuchen)
- Alle Produkte aus Kartoffeln (Püree, Pommes, Chips)
- Fruchtzuckerhaltige Früchte (z.B. Bananen, Trauben, Mais, Karotten,…)
- Trockenfrüchte (Rosinen, Feigen, Bananen,…) enthalten große Mengen an Fruchtzucker
Was darf ich essen?
Im Rahmen einer kohlenhydratreduzierten Kost können alle Lebensmittel gegessen werden, die Eiweiß und Fett enthalten. Auch komplexe Kohlenhydrate sind in geringen Mengen erlaubt.
Voraussetzung dafür ist Ihre individuelle Verträglichkeit dieser Produkte!
- Eiweiße: Alle Milchprodukte, Soja, Eier, Fleisch, Fisch
- Fette: Rapsöl, Leinöl, Walnussöl, Olivenöl, Hochseefisch, Sahne,
- Komplexe Kohlenhydrate: in geringeren Mengen Vollkornbrot, Hülsenfrüchte, Gemüse oder Obst
Ganz wichtig ist es, ausreichend zu trinken. Sie sollten mindestens 30 ml Wasser pro kg Körpergewicht (30 ml x 70 kg = 2100 ml Wasser) zuführen.
Die Steinzeit-Diät besteht aus Früchten, Gemüse und viel Fisch und Fleisch
Dem heutigen Menschen wurde Jahrzehnte lang geraten, weniger Fett und mehr Kohlenhydrate zu essen. Der Erfolg besteht darin, dass die Bevölkerung immer dicker und kränker wird. Welche Ernährung für den Menschen gesund ist, steht in seinen Genen festgeschrieben. Der menschliche Organismus ist auf tierisches Fett und Eiweiß angewiesen. Erst mit der industriellen Revolution standen leichtverdauliche Kohlenhydrate für jedermann zu günstigen Preisen zur Verfügung.
Erst seit etwa hundert Jahren stieg der Anteil der stark verarbeiteten Lebensmitteln und von Süßem noch einmal stark an. Auch der Durst wird heute meist mit Soft Drinks oder Bier statt mit Quellwasser gestillt. 45, 50 oder 60 Prozent Kohlenhydrate sind wunderbar für Sportler, doch für bewegungsarme Menschen sind Kohlenhydrate in dieser Größenordnung ein Riesenproblem. Die Zerlegung der Kohlenhydrat-Zuckerketten beginnt schon im Mund.
Wenn der Zucker über den Darm ins Blut gelangt, schüttet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin aus. Seine Aufgabe ist es, die Überzuckerung des Körpers zu verhindern. Das Insulin dockt an der Zellwand an und beginnt sofort damit, die Zuckermoleküle aus dem Blut in die Zelle zu schleusen. Dort wird der Zucker zur Energiegewinnung genutzt. Ist aber mehr Zucker vorhanden, als der Körper benötigt, wird der Zucker zu Fett umgewandelt, weil er so für den Körper leichter zu speichern ist.
Deshalb machen Kohlenhydrate dick. Außerdem entsteht nach kurzer Zeit erneut Heißhunger, weil der Insulinspiegel ständig nach oben geht, was bewirkt, dass der Blutzucker schon nach kurzer Zeit unter den Normalwert sinkt. Die Harvard-Universität hat eine neue Ernährungspyramide konstruiert, bei der Obst, stärkefreies Gemüse und viel gesundes Öl die Basis bilden sollte. Danach folgen Milchprodukte, mageres Fleisch und Fisch, Eier, Nüsse und Hülsenfrüchten. Von diesen Lebensmitteln kann man essen, soviel man will.
Erst auf der dritten Stufe befinden sich Vollkornprodukte wie Nudeln und Reis, von denen man nicht so viel zu sich nehmen sollte. Am wenigsten wird verarbeitetes Getreide, Weißmehl, Kartoffeln und Süßes empfohlen. Auch die Erforschung neuzeitlicher Jäger- und Sammlergesellschaften zeigt, dass eine kohlenhydratarme Kost offenbar die natürliche Ernährung des Menschen ist. Moderne Zivilisationserscheinungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen sind in diesen Kulturen unbekannt.
Ablauf des Kohlenhydratabbaus:
Nahrungskohlenhydrate werden relativ schnell zu Einfachzuckern (GLUCOSE) abgebaut und über den Dünndarm ins Blut aufgenommen. Von hier werden sie direkt zur Leber weitergeleitet und als Glykogen dort gelagert. Sind diese Lager aber voll, wie es bei den meisten Menschen ist, deren Glucosezufuhr nicht dem Verbrauch entspricht, wird ein Großteil des Blutzuckers in den Blutkreislauf geleitet. Für Übergewichtige und Diabetiker ist das ein Dauerproblem.
So steigt der Blutzucker innerhalb einer halben Stunde, je nach Kohlenhydratzufuhr bis zu einem Spitzenwert an. Dieser Spiegel soll aber relativ konstant bleiben (ca. 90mg%) – bei einer Aufnahme von etwa 60g Kohlenhydraten gleichmäßig über den Tag verteilt ist das angestrebt !
Wird dieser Wert überschritten, tritt sofort ein Regelmechanismus ein, der den Blutzuckerspiegel nach unten reguliert.
Das geschieht mit Hilfe des Hormons INSULIN. Ein Basalwert von 70 – 100mg% ist das Ziel. Wird er unterschritten, mit etwa 40g Kohlenhydrate/Tag und weniger, bildet der Körper Ketonkörper, die dann der Energiegewinnung dienen. Diesen Zustand bezeichnet man als Ketose! Hier ist auch eine erhöhte Zufuhr von Eiweiss und Fett zur Aufrechterhaltung der Leistung notwendig.
Der Verzehr von Kohlenhydraten, der nicht verbraucht wird, kann zu ganz unterschiedlichen Symptomen führen:
- Speicherung als Körperfett
- Belastung des gesamten Stoffwechsels
- Überforderung die Insulinproduktion
- Einschränkung der Mitochondrienleistung
- Fehlsteuerung bestimmter Krebszellen
- Störung des Abbaus bestimmter Zucker
Abbau
Die Spaltung der Kohlenhydrate beginnt bereits im Mund und wird im Magen fortgesetzt. Im Dünndarm wirken Enzyme der Bauchspeicheldrüse und der Darmzellen auf die Kohlenhydrate ein. Die Einfachzucker können resorbiert werden. Über den Blutkreislauf gelangen sie zur Leber. Dort wird Traubenzucker zu Glykogen, dem Reservekohlenhydrat des Körpers aufgebaut und in dieser Form gespeichert.
Egal welcher Zucker wie aufgenommen wird – sie enden alle als GLUCOSE und werden, wenn sie nicht verbraucht werden gespeichert!
Ist der Dünndarm geschädigt/entzündet/verkürzt oder gibt es einen zu schnellen Nahrungsdurchfluss, kann es auch zu Fehlfunktionen kommen. Erkennung ist über Darm-Diagnostik möglich! Dies erfolgt über das Labor biovis.
Kohlenhydrate und ihre Bedeutung bei bestimmten Krankheitsbildern
Die folgenden Krankheitsbilder stehen häufig in engem Zusammenhang zu zuviel gespeicherten Kohlenhydraten:
- Adipositas (Übergewicht)
- metabolisches Syndrom
- Diabetes Typ 2
- Mitochondropathien
- Krebs (TKTL1)
- Malabsorptionen
- Darmfloraschädigung
- Serotoninmangel
- Malabsorption
Sind Kohlenhydrate lebensnotwendig? Sie sind nicht essentiell – lebensnotwendig!
- Es gibt keine Grenze, an der Kohlenhydrate konsumiert werden müssen
- Es gibt keine Kohlenhydrate-Sorte die verzehrt werden muss
- Es gibt keine Kohlenhydrate-Mangelkrankheit
Die Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels ist elementar – und das gelingt dem Stoffwechsel des Organismus durch den Auf- und Umbau von Eiweiß (Proteine) und Fetten (durch den Zitronesäurezyklus).
Es spiegelt sich auch bei einem mehrtägigen Fasten wider.
Symptome
Nach Kohlenhydratverzehr können sehr verschieden oder parallel sein
- Verdauung: Durchfälle / Krämpfe / Blähungen / Morbus Crohn / Völlegefühl / Fettstühle
- Psyche: Depressionen / Unkonzentriertheit
- Ödeme: Wasseransammlung im Gewebe (Bauch/Beine/Gesicht)
- PMS: extreme Menstruationsschmerzen (vorher) / Ödeme
- Übergewicht
- Zellentartung
Anamnese
Eine fundierte Anamnese und zeitliche Zuordnung der Symptome in Abhängigkeit von der Nahrungsaufnahme sind ebenso wichtig für die Ursachenfindung einer Malabsorption wie das Führen eines Ernährungstagebuchs.
- Das Auflisten der verzehrten Produkte (Nahrungsmittel – Getränke – Medikamente) kann oft einen entscheidenden Hinweis geben.
- Diabetiker-Produkte enthalten Fructose – viele Kaugummis Sorbit usw.
Ursachen FÜR STÖRUNGEN
Hier unterscheidet man die nahrungsmittelabhängigen und -unabhängigen Faktoren. Die Beschwerden können ausgelöst werden durch:
- Enzymmangelsyndrom
- Lactose–Intoleranz/ -Malabsorption
- „Lactase“mangel – Fructose
- Sorbit-/Xylit-Malabsorption
- Zellveränderung (TKTL1)